Wir über uns

 

Wohl mehr aus Liebe zum Tier als den Nutzen zu werten, haben sich im Juni des Jahres 1911 die Gründer unseres Vereins zusammengefunden, um den kläglichen Zustand damaliger Hühnerhaltung Abhilfe zu schaffen. Aber auch den wirtschaftlichen Nutzen des Huhnes bei strenger Zucht nach Rasse und Schönheit bei der Vereinsgründung eine nicht gerade unbedeutende Rolle zugespielt haben.

 

Nach Aufzeichnungen anlässlich des 40- Jährigen Vereinsjubiläum hat die Gründungsversammlung im Juni des Jahres 1911 in der Gaststätte " Zur Post" an der Bahnhofstraße stattgefunden.

 

Im August 1914 brach dann der erste Weltkrieg aus und vernichtete zunächst viele große Pläne der damaligen Rassegeflügelzüchter. In den schlimmsten Hungerjahren des Krieges wurde ein Futtermittel nach dem anderen gesperrt und der Rest noch freier Futtermittel war so teuer, dass man es sich nicht mehr leisten konnte, das Rassegeflügel damit zu erhalten. Nach Kriegsende und dem Anbruch wieder besser Jahre begannen die Unentwegten und Idealisten unseres Vereins aber mit neuem Elan die züchterische Tätigkeit.

 

Nach dem ersten Weltkrieg fand die erste Geflügelausstellung unseres Vereins auf dem Hof unseres Vereinsmitbegründers Gerhard Nachtigall in Rhedebrügge statt. Der Anfang für viele weitere Ausstellungen des Rassegeflügels unseres Vereins damit gemacht.

 

Weitere Ortsschauen wurden dann bis zu Anfang der 1930-iger Jahren durchgeführt. Der Verein wurde Mitglied des inzwischen gegründeten Kreisverband Borken-Bocholt, und dieser schloss sich dem Landesverband der Rassegeflügelzüchter Westfalen-Lippe an.

 

Nach dem Zwischenhoch in den 1920-iger Jahren brach dann eine schwere Zeit für unseren Verein an, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges andauerten. Zu Anfang der 1930-iger Jahren herrschte in ganz Deutschland tiefe Zerrissenheit und Zerrüttung, hervorrufen durch eine weltweite Wirtschaftskrise. Auch unser Verein wurde davon stark betroffen und in seiner Existenz gefährdet, denn die Meinungsverschiedenheiten setzten sich bis in unser Vereinsleben fort.

 

Von 1931 bis 1933 wurde jede Vereinsfestlichkeit abgesagt, aktive Zuchtarbeit wurde kaum noch geleistet. Eine Rationalisierung der Futtermittel machte den Vorstand nur noch zum Futtermittelverteiler. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges kam dann die Geflügelzucht fast zum vollständigen Erliegen. Dass auch in dieser schweren Zeit die Zuchtarbeit in unserem Verein aber nicht ganz zum Erliegen kam, beweist die auch durchaus erfolgreiche Teilnahme einiger Züchter aus unserem Verein an den Schauen des Kreisverbandes Borken-Bocholt, der sich 1937 Kreisfachgruppe nannte.

 

In den Jahren 1946 und 1947 bemühten sich engagierte Zuchtfreunde unseres Vereins gemeinsam mit dem damaligen Kreisverbandsvorsitzenden, die früheren aktiven Mitglieder wieder für die Vereins- und Zuchtarbeit zu gewinnen. Schon bald wurden die ersten Ausstellungen wieder organisiert.

 

Anfang 1950 traten junge Kräfte dem Verein bei, und eine Jugendgruppe wurde gegründet. Alt und Jung fanden von nun an gemeinsam eine sinnvolle Freizeitgestaltung bei der Aufzucht und Pflege ihrer Tiere. Neben der Zuchtarbeit legte der Verein mit seinem Vorstand auch großen Wert auf die Pflege der Geselligkeit, um dadurch ein Familiäres Vereinsleben herbeizuführen. Die geselligen Veranstaltungen nahmen ihren Anfang mit dem Ostereier suchen.

 

 Besondere Aufmerksamkeit im öffentlichen Geschehen erreichte unser Verein erstmals im Jahre 1958, als er den ca. 1 Meter hohen Wetterhahn für die im Bau befindliche Kirche " Zur heiligen Familie" stiftete. Nahe zu alle Vereinsmitglieder übergaben diesen der Kirche.

 

Als gesellige Vereinsveranstaltung unter inzwischen starker Einbeziehung der Öffentlichkeit veranstaltet der Verein seit 1986 ein Hähnewettkrähen.

 

Weitere Öffentlichkeitsarbeit betreibt der Verein in Kindergärten und Schulen, sei es durch Führungen in der Gemeinschftszuchtanlage oder durch das Aufstellen einer Brutmaschine in der Schule oder in dem Kindergarten mit dem Ziel, den Kindern den Werdegang eines Huhns vom Ei bis zum Küken zu demonstrieren.

 

Wenn auch die Beweggründe zur Rassegeflügelzucht sich im laufe der mehr als 100 Jährigen Vereinsgeschichte durchaus geändert und der Zeit angepasst haben, so sind wir unseren Vereinsgründern dennoch dankbar für die Aufgezeigten Wege. In unserer heutigen rastlosen Welt ist die Verbundenheit zum Tier und zur Natur besonders schützenswertes Ideal, was wir ins besonders auch unserer Jugend weitergeben sollten.